Der Tisch

der Tisch (16)

Diese Dokumentation soll Aufschluss darüber geben, mit welch hohem Aufwand ein Möbelstück vor dem Beginn der Industrialisierung, hergestellt wurde. Meine hierbei erworbenen Kenntnisse veranschauliche ich dem Zuschauer durch diese Beitragsreihe. Außerdem soll dieses Projekt ein ökologisches Bewusstsein für den Werkstoff Holz schaffen und zu einem nachhaltigen Handeln/Konsum anregen. Insbesondere dient diese Dokumentation aber zu Ausbildungszwecken für das Tischlerhandwerk.

Ich hoffe auch Sie hatten viel Freude beim Zuschauen dieses Kunstprojektes. Ich habe sehr viel Kritik darüber erhalten, dass sich heute kein Mensch so etwas leisten kann. Dem muss ich leider widersprechen. Ich habe zehn Jahre als Tischler für diese Kunden gearbeitet. Abgesehen davon werden in ausgewählten Möbelhäusern Tische angeboten, die sich preislich nicht viel von meinem handgefertigten Möbel unterscheiden. Im Folgenden möchte ich Ihnen diese Gedanken ein bisschen genauer erläutern. Hierzu werfe ich die Frage in den Raum: „Muss der Stundenverrechnungssatz für die reine Handarbeit zwangsläufig so hoch sein wie die der Maschinenarbeit?“ Der Stundenverrechnungssatz einer Tischlerei mit einem hochtechnischen Maschinenpark liegt in etwa bei 50€-70€/h. Ich arbeite ohne Maschinen und habe daher keine hohen Anschaffungskosten. Angenommen mein Stundenverrechnungssatz läge bei 20€/ Stunde (keine Aufwendungen für Abschreibungen – kurz AfA) käme ich für diesen Tisch auf einen Preis von ca. 1100€ (inkl. Materialkosten). Und wenn man sich traut noch einen Schritt weiter zu denken, dann erwirtschaftet man als Selbstständiger bei einer vollen Auslastung rund 3200€ Brutto/Monat. Für den Anfang ist das nicht schlecht. Und das „Risiko“ ist, da ohne Maschinen keine hohen Investitionskosten entstehen, deutlich geringer.

Es ist sicherlich ein kompliziertes Thema – ich möchte mit diesem Projekt ein bisschen zum Umdenken anregen. Zumindest eine Überlegung sollte es uns allen Wert sein! Denn ökologisch betrachtet ist ein immer weiter ansteigender Wachstum (verbunden mit der Produktion von Konsumgütern) nicht umsetzbar. Die Ressourcenknappheit zeichnet sich in vielen Bereichen bereits deutlich ab.

Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass ich hiermit die wertvolle maschinelle Fertigung einer Tischlerei in Frage stelle. Gerade die Handwerksbetriebe sind es, die uns Arbeitsplätze mit Zukunft bieten.

Die kommende Beitragsreihe ist schon in Arbeit. Da die Vorbereitung jeder Beiträge viel Zeit in Anspruch nimmt, werden die Künftigen mit einer etwas breiteren Zeitspanne von mir veröffentlicht. Und nun möchte ich mich zuletzt für die vielen freundlichen Rückmeldungen und die Wertschätzung meiner Arbeit bedanken.

Viele Grüße & bis bald!

Jakob