“Hol’ mir mal ‘ne Kiste Bier”

Die Feiertage stehen vor der Tür. Hast du schon alles eingekauft? Morgen sind die Geschäfte wieder überfüllt und das Infektionsrisiko bei stehender, feuchtwarmer Luft ist in Innenräumen besonders hoch. Schön wäre es doch, wenn du heute Abend noch ein paar Dinge erledigen könntest, damit du dich morgen nicht durch die vollen Supermärkte quälen musst. Apropos quälen, viele möchten derzeit gerne wieder in ein Fitnessstudio gehen. Für mich ist das die reinste Qual. Ich war auch mal stolzes Mitglied einer grossen Sport-Studio-Kette. #daswirgefühl #schweissgeruch *würg*

Wie die Meisten, war ich nach meiner ersten Unterbrechung – immerhin habe ich es 1,5 Jahre durchgezogen – viel zu undiszipliniert und habe aus Faulheit über Alternativen nachgedacht… Hast du schon einmal darüber nachgedacht in deinen Alltag ein paar Fitnessprogramme einzubauen? Nein? Na dann wird es doch höchste Zeit, denn die Badesaison beginnt in ein paar Wochen, wenn auch vielleicht nur in einem Badesee.

Bequemlichkeit ist menschlich

Seit dem ich kein Auto mehr habe, entdecke ich viele Alternativen zum eigenen Auto wie z.B. das carsharing. Das Carsharing-& Floatingsystem ist schon eine ziemlich bequeme Angelegenheit aber darum geht es in dem heutigen Beitrag nicht. Denn wenn du dich gegen ein Auto entscheiden solltest, kommst du an einem Fahrrad nicht vorbei. *zwinkersmiley*

Das Gefühl von Freiheit

Seit dem ich kein Auto mehr fahre, ist mein Alltag viel entspannter und die sanfte Fitnessübung “das tägliche Radfahren” fühlt sich nach ein paar Wochen an, wie ein Leben mit mehr Freiheit als je zuvor. Das Gefühl von Freiheit erlebe ich auch wenn zu Stoßzeiten die Straßen mal wieder verstopft sind und ich mit dem Rad ganz gemütlich an den stehenden Autos vorbeiradel. Man fühlt sich ein bisschen, als stünde man über diesen in ihren 1,5 Tonnen aus Blech wartenden Menschenkabinen auf vier Rädern. Gut, die Abgase ist schon ein unschöner Beigeschmack, die meisten Seitenstraßen verlaufen aber parallel und sind für Fahrräder sowieso besser passierbar als die Radwege an Hauptverkehrsadern. Und da man nie komplett an den stinkenden Staustrassen vorbei kommt, sage ich mir: Ich freue mich auf die Dekarbonisierung.

„Geit nich giff dat nich – Versuch macht kluch”

Heute habe ich zum ersten Mal meinen neuen Fahrradanhänger ausprobiert. Ganz entspannt bin ich am vollgestopften Waller-Ring bzw. an der Waller-Heerstraße entlang zu unserem Wallecenter gefahren (5Min/pro Strecke). Mein ehrliches Fazit lautet: “Es war ziemlich bequem, so anstrengend war es gar nicht – ein Auto kommt mir vorerst nicht vors Haus, schon gar nicht für Getränkekisten!” #wassersprudler Und weil der heutige Beitrag so „überfreundlich, fast langweilig, leicht formuliert“ daher kommt, kommen jetzt noch ein paar klare Worte für aber nicht an meine treuen Leser*innen gerichtet.

E-Bikes für die Landeier

Achtung, wenn du vom Land kommst und nicht über dich selber lachen kannst, solltest du den vorletzten, folgenden Absatz einfach nicht lesen…

Da mein heutiger Weg zum Bier holen außerordentlich kurz war und ich für den Stadtverkehr natürlich deutlich kürzere Strecken zurücklege, als Menschen die auf dem Land leben, hab ich natürlich gut reden. Ja, ich kann auch gut reden, denn für ein ausgewogenes Fitnessprogramm hätten es gerne noch acht Kilometer mehr sein dürfen. Ja, das meine ich ganz ehrlich mit einem Augenzwinkern an die Fraktion-Landei, Zitat: “unser nächster Supermarkt ist aber erst in acht Kilometern zu erreichen”. Da frage ich mich ernsthaft: „Wofür gibt es denn jetzt eigentlich diese ganzen bescheuerten E-Bikes, benutzt du das Ding wirklich nur für den sommerlichen Sonntagsausflug?“ „Da wird aus dem Landei auch gleich noch ein Weichei oder bist du aus Zucker!?“ Na ja, lieber mit dem E-Bike durch den MC-Drive als mit dem SUV, du Klimaschützer… *zwinkersmiley“ Im Grunde soll es mir egal sein, was da irgendwo zwischen Acker und Kirche im Dorf passiert. Aber wenn du das nächste Mal, also hoffentlich bald, nach der Pandemie einen Ausflug nach Bremen machen willst, tue mir einen Gefallen: Komm mit der Bahn, von den Autos haben wir hier wirklich genug!

Auch wenn ich weiß, dass ich mit dieser Art der Ansprache niemanden erreiche, tut es manchmal ganz gut, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn du dich also angesprochen fühlst und trotzdem bis hierhin gelesen hast, nimm es nicht persönlich, sei mir nicht böse. Die einen mögen ihn, die anderen verachten ihn – meinen bösen Humor in bösen Zeiten. *grins* Was bedeutet schon böse?… Böse sind irgendwann deine Kinder auf dich, wenn du noch länger darauf wartest und glaubst, das irgendeine Lösung vom Himmel fällt, die etwas gegen den Klimawandel unternimmt.

Einsicht ist der beste Weg

„Einsicht ist der erste Weg zur Besserung“, diesen Spruch habe ich mir häufig anhören müssen, das ist typisch fürs Handwerk. Große Sprüche klopfen und sich selbst als den Helden feiern, das konnte auch ich damals sehr gut… Ja, auch ich bin damals, die letzten vier Gesellenjahre meinen acht Kilometer langen Arbeitsweg mit dem Auto gefahren. Völlig erschöpft bin ich nach 10-12 Stunden tischlern, in die Karre geplumpst und habe wie ein Vollhorst auf das Gaspedal gedrückt. Mit quietschenden Reifen habe ich das Firmengelände verlassen und dachte von mir, verstanden zu haben, was es heißt ein erwachsener Mann zu sein. Erst ein paar private Veränderungen, die Meisterschule, dann die berufliche Umorientierung und der soziale Tapetenwechsel in eine Großstadt haben mich zum Umdenken gebracht. Ich wünschte, jeder von uns hätte nochmal so viel Zeit.