Kleider machen Leute

Nachhaltigkeit in der Modeindustrie ist vielen ein Begriff, doch meistens handelt es sich dabei um Greenwashing. Ein tolles, nachhaltiges Konzept – und ich würde sagen, dass es sich um keine Alternative sondern um eine Innovation handelt – das bietet: TIZZ&TONIC. Dieses kleine Lädchen, bzw. diese überaus schöne Nähwerkstatt ist seit einem Jahr in unserer Nachbarschaft. Die jungen Frauen, die dort tagtäglich ihr #handwerk unter Beweis stellen, verkaufen nicht nur die Kleidung, nein, die Unterwäsche wird direkt vor Ort genäht und das aus selbst designten Stoffen in Biobaumwolle. Was habe ich schon für Nachrichten bekommen, dass das was ich mache ja heute eigentlich nicht mehr geht… Die beiden Schwestern und Inhaberinnen mit australischen Wurzeln verstehen ihr Handwerk, sie zeigen, dass so einiges geht und das ist nicht zu übersehen.

Was auch unschwer zu übersehen ist, ist das derzeit insbesondere Frauenunterwäsche dort gefertigt wird. Herrenunterwäsche ist aber in Arbeit, zwei T-Shirts für Herren sind auch schon im Onlineshop des Startups zu bekommen. Diese tollen Unternehmerinnen zeigen, dass ökologisch gefertigte Kleidung nicht nur aus Filz und Kord bestehen muss. Weiter so, ihr macht unseren Stadtteil bunt – denn Walle ist bunt, Bremen ist bunt!

Natürlich, als Leser*in könnte man jetzt meinen, ich stecke geschäftlich betrachtet mit diesen Frauen „unter einer Decke“oder warum trage ich eines der T-Shirts von ihnen? Dem ist nicht so, ich persönlich trage andere „faire Unterwäsche #madeineurope“ einer anderen Marke aus einem ethical-fashion-store in Oldenburg namens Hella & Hermann – auch dieses Geschäft habe ich vor einem längeren Zeitraum schon mal erwähnt. Dort habe ich sie vor zwei Jahren gekauft und sie halten immer noch. Klar, der Preis ist definitiv ein anderer als bei den großen, schwedischen Modehäusern, dafür spricht aber auch die hohe Qualität. So und nicht anders ist es auch mit der Mode von TIZZ&TONIC, wobei neben der guten Qualität eben auch noch der Wertschöpfungsgedanke ein anderer ist.

Gerne möchte ich dir aber auch noch kurz erläutern, wie ich in dieses T-Shirt geschlüpft bin, welches ich auf dem Bild oben anhabe. Vor ein paar wenigen Jahren, als ich auf „diesen Trip“ mit meinen Stummfilmen gekommen bin, fragte mich die Oma eines guten Freundes bei der wir regelmäßig zu Tee saßen, ob ich nicht Interesse an einer alten Nähmaschine mit Handkurbel hätte. Da ich mich hin und wieder auch im Schneider*innenhandwerk ausprobiere, nahm ich die Maschine, die auch aus holzhandwerklicher Sicht sehr wertvoll war, dankend an. Leider fand ich nie die Zeit um mich in die Nähmaschine einzuarbeiten. Seit dem stand sie nur im Keller herum. Vor kurzem entdeckte ich den Instagramkanal von TIZZ&TONIC und schrieb sie kurzer Hand an. Sie bekundeten freundliches Interesse, wenn auch nur zu Dekozwecken. Im Anschluss brachte ich ihnen die Maschine vorbei – es sind nur wenige Minuten zu Fuß – und als Dankeschön, durfte ich mir eines der beiden T-Shirts aus ihrer Kollektion aussuchen. Diesen Beitrag widme ich nun den jungen Unternehmer*innen, da sie nicht nur wissen wie man ein cooles Geschäft aufbaut, sondern auch, weil so ein handwerklich gefertigtes Shirt einen gewissen Aufwand in der Herstellung bedarf – ich spreche aus eigener Erfahrung. So, nun habt ihr wieder mal alles erfahren. Da hab ich mich mal wieder so richtig nackig gemacht. 😉

Apropot nackig, hier geht es zum Onlineshop von TIZZ&TONIC