Küche

“Diese Küche ist ein Kunstwerk!”Warum handelt es sich bei dieser Küche um ein Kunstwerk, fragst du dich vielleicht; sie sieht zwar ganz schick aus, ansonsten handelt es sich doch aber um eine beliebige, moderne Küche?… Und warum bezeichnet sich “Meister Jakob” eigentlich als Künstler?…

Bleiben wir zunächst in meiner Küche, denn ich habe sie nach meinen, dir wahrscheinlich bekannten Prinzipien mit wenig Geld aufgemöbelt und bis auf die Mischbatterie „nichts Neues“ dafür angeschafft. Gerne erläutere ich dir die Einzelheiten im folgenden Absatz.

Die alten Fronten wurden ausgetauscht und durch schwarz eingefärbte MDF-Fronten ersetzt, welche ich zugeschnitten und mit einem filmbildenden, weisspigmentierten Hartöl veredelt habe. Die alten Korpuselemente habe ich gereinigt und erhalten – ich hab einfach „kein Bock“ mehr auf den Plattenzuschnitt und das Anfahren weißer Kunststoffkanten von genormten Küchenschränken.

Tipp: Du willst das auch, hast aber keine Möglichkeit solche Platten herzustellen? Natürlich hast du das, frag doch mal in der Tischlerei in deiner Region, die beißen dich nicht und fragen, das hat noch nie was gekostet (das Schleifen und Ölen kriegst du auch hin, das ist ein klassischer Lehrlingsjob). 😉

Die Lederlaschen-Griffe stammen von einem alten, ausgedienten Ledergürtel aus dem ich „herausgewachsen“ bin #coronaplauze

Die Quattroauszüge samt der Schukastensysteme habe ich von einem Sperrmüllhaufen abgeschraubt, nachgefettet und gereinigt. Ich gebe zu, der Sperrmüll war nicht von irgendwem, es handelte sich um die alte Küche unserer lieben Nachbarn Frederike und Jan, die ich hiermit auch nochmal ganz herzliche grüßen möchte, wir haben euch nochnicht vergessen. 🙂 …Trotzdem habe ich gedanklich damit habituiert, dass man sich auch von fremdem Sperrmüll bedienen kann, denn Reinigungsmittel haben ja alle genug. Noch besser wäre es, wenn vermeintlich ausgediente Möbel nicht immer gleich auf dem Sperrmüll landen würden, sondern ein bisschen würdevoller damit umgegangen werden würde – betrachtet sowohl aus Sicht der Ressource Holz, als auch aus Rücksichtnahme seinen Mitmenschen gegenüber. Denn wenn man dort etwas abschraubt, fühlt man sich immer stigmatisiert und scharmbehaftet „klein“ – obwohl jede/r Vorbeigehende weiß, dass daran eigentlich noch viele Dinge zu gebrauchen sind. Ich bin mittlerweile drüber hinweg. Guckt jemand „blöd“, gucke ich freundlich zurück.

Das Spülbecken stammt aus dem Wasch-Keller unseres Hauses und fand so einen neuen Platz. Hierfür habe ich es am Beckenrand vorgebohrt und mit drei übereinanderliegenden Unterlegscheiben eine Schattenfuge realisiert, die ich mit neutralvernetzendem Silikon abgedichtet habe. Durch die Unterbaumontage können die Krümel einfach in das Waschbecken hinein gewischt werden, ohne immer an dem Beckenrand hängen zu bleiben.

Die Küchenarbeitsplatte ist somit durchlaufend. Auch sie ist unüblich dünn, die Birken-Multiplex von 18mm Dicke hat aber auch noch ein weiteres „Special“. Rechts neben dem eingelassenen Spülbecken habe ich einen Edelstahlkochtopf als Biomüllauffangbehältnis eingebaut. Der runde Deckel in der Arbeitsplatte lässt sich zum „Schnibbeln“ entfernen. Das Behältnis lässt sich durch eine Schublade herausziehen. Hin und wieder ein Spritzer Essigessenz in die „Biomasse“, verhindert die „Population“ von Fruchtfliegen. Irgendwo will man ja auch mal seine Ruhe haben von der Natur.

Die Küchengeräte habe ich von einem Gebrauchthändler aus Ganderkesee, der sich insbesondere auf „Mielee“-Geräte spezialisiert. „Mielee“-Geräte geben nämlich 25 Jahre Garantie auf die Ersatzteile, sagte der Mann und Inhaber, den man im „Kleinanzeigenmarkt“ schnell wiederfindet (Ganderkesee, TOP MIELE etc. in die Suchmaske eingeben, deutschlandweiter Versand ist sein Tagesgeschäft). Das finde ich nicht nur sehr nachhaltig, das finde ich auf lange Sicht auch kostensparsam. Den Kühlschrank haben wir ebenfalls über die Kleinanzeigenapp erstanden. Ich habe ihn mit Desinfektionsmittel gereinigt und er läuft wie ein „Ferrari“.

Eine Küche, kein Statussymbol.