Die Römische Hobelbank

Römische Hobelbank 5

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

heute Abend gibt es für Sie endlich den nächsten Beitrag der Reihe „Römische Hobelbank“ aus der neuen Werkstatt. Ich freue mich über diesen Werkstattraum, denn er ist etwas größer und heller als der Kellerraum der alten Wohnung im Bremer Steintor. Zur Erinnerung: Der Umzug der Werkstatt ist meinem Umzug von Bremen nach Oldenburg geschuldet. Ich sah schon bei der Wohnungsbesichtigung, dass der Schuppen, in der sich nun meine neue Werkstatt befindet, Potenzial hat. Allerdings brauchte es dafür ein paar Handgriffe, von denen ich Ihnen kurz erzählen möchte. 

Um an den Charme des alten Kellerraumes in Bremen in den nächsten Videos anknüpfen zu können, tauschte ich eine primitive Doppelstegplatte aus Acryl mit einem eigenständig restaurierten Fenster aus. Hierzu kittete ich die Glasscheiben mit neuem Leinölkitt ein. Außerdem habe ich eine Bretttür gebaut, denn dieser ehemalige Fahrradschuppen war bislang zur Gartenseite „dauergeöffnet“. Das Dach habe ich ebenfalls renoviert, indem ich einfach eine neue Rollbahn-Dachpappe über die alte Dachpappe gelegt habe, da es in der Vergangenheit schon an einigen Stellen durchgeregnet hat. Dann kam mir noch die Idee, die Innenwand mit einer weißen Hartfaserplatte zu verkleiden, damit das Tageslicht besser reflektiert wird und somit mehr Licht in die Werkstatt gelangt. 

„Schade, dass ich nur zur Miete wohne“ – dachte ich als ich fertig war. Hoffentlich erfreuen sich noch viele Nachmieter daran, falls ich irgendwann einmal ausziehen sollte. Für mich hat dieser Schuppen durch die Arbeit, die ich in ihn gesteckt habe, aber eher einen ideellen Wert erlangt. Denn die Materialkosten zur Renovierung des Schuppens hielten sich in Grenzen, da ich viele Materialien von unserer Vermieterin zur Verfügung gestellt bekommen habe. Zum Einen gab es einen großen Fundus an Restmaterialien, an denen ich mich bedienen konnte, die noch aus Zeiten des ursprünglichen Schuppenbaus stammten (Nut-& Federbretter für die Bretttür). Zum Anderen stand in dem Schuppen ein historisches Fenster, das damals zum Wohnhaus gehörte, lange herum stand und nur darauf wartete, endlich restauriert zu werden. Die Hartfaserplatten bekam ich von einem Bekannten geschenkt. Die eigentlichen Kosten beliefen sich auf ca. 180€ für die Rollbahn, das Wandanschlussprofil (Dachpappe ans Mauerwerk) und die Beschläge der Bretttür. Hätte ich mich irgendwo eingemietet, wären die Kosten über längere Sicht deutlich höher gewesen und ich hätte nicht soviel Entscheidungsmöglichkeiten bei der Gestaltung des Innenausbaus gehabt. Nun ist die Werkstatt fertig und die Arbeit an der „Römischen Hobelbank“ kann weitergehen. Ob ich noch vor dem Winter fertig werde? Es wird sich zeigen…

Wie Sie wissen, äußere ich mich hin und wieder – manchmal auch kritisch – zu aktuellen gesellschaftlichen Themen. Das ist Teil meines Programms. Bevor ich mich von Ihnen verabschiede, möchte ich daher aus aktuellem Anlass noch eine Sache loswerden. 

Den Aktivisten*innen, die seit Jahren im Hambacher Forst leben, zolle ich meinen größten Respekt! Natürlich sind einige Spinner*innen dabei, die zu radikalisierten Taten neigen, von denen ich mich hier in aller Deutlichkeit distanzieren möchte. Aber grundsätzlich ist es eine gute Sache für ein 12.000 Jahre altes Waldgebiet zu „kämpfen“. Vor allem dann, wenn die wenigen Naturgebiete die uns noch geblieben sind, der Braunkohle zum Opfer fallen sollen.

Denken Sie daran, wenn Sie das nächste mal Ihren Stromanbieter wechseln.

Viele Grüße aus dem Ziegelhofviertel in Oldenburg!