Zeit für wichtige Dinge

Liebe LeserInnen, nach einem aufregenden und für mich persönlich sehr emotionalen Wochenende mit viel Freude und gleichzeitiger Enttäuschung melde ich mich zurück. Freude, weil so viele Menschen wie noch nie für den Umweltschutz auf die Straßen gegangen sind und einer mitschwingenden Enttäuschung, da das Klimapaket vom Klimakabinett leider keine spürbare Verhaltensveränderung auslöst. Oder heißt es korrekt „weil es keine Verhaltensveränderung auslösen wird?“ Das ist doch alles Pillepalle!… Weil es niemanden hilft sich aufzuregen und in Aufregung selten gute Ideen entstehen, entspricht das Motto des heutigen Beitrag: „nehmen wir uns Zeit – Zeit für die wichtigen Dinge“ In diesem Sinne möchte ich bitte noch ein paar persönliche Worte an Sie richten – danke. Danke, ich freue mich, dass Sie nicht zu denjenigen Menschen gehören, die das Abonnement nach meinem „Aufruf zum Globalen Klimastreik“ beendet haben. Natürlich, es ist momentan ziemlich anstrengend derzeit. Die Wissenschaft sagt uns gerade keine rosige Zukunft voraus und es fällt auch mir manchmal schwer, der unvermeidlichen Debatte um den Klimaschutz noch die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Ich merke auch, obwohl ich seit fast zwei Jahren über kaum ein anderes Thema in diesem Blog schreibe, dass auch ich langsam nicht mehr die passenden „pro Klimaschutz-Argumente“ finde, um die Dinge auf den Punkt zu bringen. „Der Beweis liegt doch in der Luft!“ Jetzt, wo das Thema so in aller Munde ist, möchte ich mich manchmal nur noch zurücklehnen und mich aus der Debatte fern halten. Manchmal nehme ich mir darum eine Auszeit und höre einfach nur zu und dann fällt mir auf, dass einigen Menschen da draußen so langsam ein Licht aufgeht. Das mir und einigen von Ihnen dieses Licht vielleicht schon deutlich früher aufgegangen ist, ist wohl der Grund dafür, dass meine Energie langsam nachlässt. Meine Energie lässt langsam nach darüber zu schreiben, doch viel mehr mit Menschen darüber zu sprechen. Vielleicht bin ich emotional aber auch einfach nur überwältigt, wie viel Aufmerksamkeit das Thema zur Rettung der Erde mittlerweile in unserer Gesellschaft bekommt. Ich glaube nicht, dass es nur ein kurzzeitig andauernder Trend ist. Denn eines steht fest, wir haben nicht mehr ewig Zeit. Und sobald wir es wieder als ein nebensächliches Thema begreifen, werden wir durch kleine bis mittlere, vielleicht aber auch viel verheerenden Signale von Mutter Natur daran erinnert, dass Vater Staat so langsam in eine Nachhaltige Entwicklung investieren muss. 

Nachhaltig Investieren 

Haben Sie schon einmal über einen Bankenwechsel nachgedacht? Vor zwei Monaten bin ich mit meinem wenig ersparten Geld zu einer dieser Banken gewechselt, die nicht in fragwürdige Projekte wie in die Rüstungsindustrie investiert. Es war zum Teil etwas zeitintensiv herauszufinden, wem ich mein Geld anvertraue. Aber soviel Zeit muss sein. Die Sparkasse ist nun nicht mehr meine vertrauliche Adresse „wenn’s ums Geld geht“. #fckspk

Viele kleine Dinge können zusammen großes bewirken. Aber wenn wir unser Geld in nicht nachhaltige fonds investieren – und das tun wir leider auch, wenn wir unser zunächst unbedeutendes Dispo mit kaum Erspartem bei dem falschen Geldinstitut „laufen haben“ – dann muss man sich nicht wundern, dass unser Wirtschaftssystem sich nicht nachhaltig verändert. Denn Banken arbeiten auch mit deinem wenigen Geld, denn viele kleine Dinge können zusammen großes bewirken – auch im negativen Sinne. Die Gründe, warum unser Finanzsystem nicht auf Nachhaltigkeit setzt, sind doch in eigentlich an einer Hand abzuzählen. Ganz nach alter Handwerksmanier nehme ich mir nochmal ein bisschen Zeit und nenne Ihnen attock fünf Beispiele:

  1. Die Banken machen schon seit längerem fragwürdige Geschäfte und entlassen wo sie können. 
  2. Die Billigairlines fliegen, fliegen und fliegen reihenweise an die Wand,
  3. das Gesundheitssystem und ihre Versorgung hinkt am Stock und
  4. die Berufszweige wie das Handwerk oder die Pflegeberufe, die nur von Menschen ausgeübt werden können, haben Nachwuchsprobleme, da die schlechte Bezahlung in vielen Fällen keinen Nachwuchs anlockt.
  5. Die industrielle Landwirtschaft und die Fleischindustrie vergiftet uns mit Pestiziden und Antibiotika, sie verwüsten Landschaften um noch ein bisschen mehr Profit aus den mit Plastikverseuchten Feldern generieren…

Der normale Menschenverstand sagt einem, wenn man sich doch einmal einen Moment Zeit nimmt und nicht versucht gleich wieder hinter dem nächsten Schnäppchen hinterherzulaufen/-klicken, das hier ein ein klarer Fehler im System ist (6. – nicht zu vergessen unser Konsumverhalten – und ich zähle nun die Finger der linken Hand). 

Dieser Fehler ist so offensichtlich, so gravierend verantwortlich für den Klimawandel und nur durch politische Entscheidung wieder in Korrektur zu bekommen. Und obwohl mir vor diesem Beitrag schon fast die Argumente ausgingen, nenne ich Ihnen natürlich auch ein paar Vorschläge, die uns aus Meiner Sicht aus dieser Sackgasse führen könnten. Denn Ideen sind es, die uns langfristig mehr nützen als das ewige Gemeckere und das (Ver)Zweifeln (gestikulierend beende ich den Satz mit einem Faustschlag der rechten Hand auf die Hobelbank). 

Neue Ideen braucht die Erde

Als erstes muss es mit einer fair gestalteten CO2-Steuer zu einer Umverteilung des Wohlstandes kommen – das ist die größte Herausforderung liebes gebildetes, privilegiertes und hochrangiges Publikum da draußen. Die Gesamtkosten aller, ob arm oder reich, verursacht durch einen hohen Verbrauch, könnten in Form einer Dividende an alle zurückgezahlt werden. Ggf. könnte man die Dividende, nach einem „Taschengeldprinzip“ im Voraus auszahlen. Das statistische Bundesamt könnte mit einem CO2-Preis diese Daten sicherlich schneller erheben als andersherum. Das Taschengeld würde dann Jahr für Jahr ein bisschen weniger werden… eine Übetragbarkeit, wie es sie beim Zertifikatehandel gibt, sollte ausgeschlossen sein. Dies würde nur wieder zu einer Spaltung zwischen arm und reich führen. Ein CO2-Taschengeld käme außerdem der Haushaltsplanung entgegen, da man in die Zukunft investiert, anstelle dass man auf irgendwelche Daten hinspekuliert. Ein klarer Nachteil wäre aber auch, das sich Menschen mit dem „Taschengeld“ aus dem Staub machen könnten… Zweitens müssten die Weichen dahingehend gestellt werden, dass Qualität wieder vor Quantität stehen muss. Die effiziente Denkweise, die wir bis dato ins kleinste Detail durchstudiert haben, kann uns dabei helfen. Sie kann helfen um effizientere Leistungen aus nachhaltigen Energieträgern zu gewinnen. Sie kann helfen um weniger wegzuschmeißen, da Lebensmittel z.B. nach dem Prinzip der ersten und zweiten Wahl wieder einen gerechten Wert in unserer Gesellschaft bekommen, ein Recht auf Reparatur ins Grundgesetz geschrieben wird – so muss weniger nachproduziert werden und es würde dem Handwerk entgegenkommen. Sie kann hilfreich sein im Gesundheitswesen, da Medikamente gezielt eingesetzt werden, ohne dass man die Immunisierung vieler Patienten in Kauf nimmt. Vielleicht kann KI bei der einen oder anderen Herausforderung behilflich sein. Und zu guter Letzt wird es den Menschen da draußen wahrscheinlich auch dabei helfen, sich auf einen Umbau unseres Wirtschaftssystems einzustellen, wenn man als Politiker einfach mal die Wahrheit ausspricht!

Denn so – meine lieben Leserinnen und Leser – geht es nicht weiter, das ist so sicher wie der Tod. Unser Verbrauch ist durch das jahrzehntelange Streben nach mehr und mehr Wachstum einfach in allen Bereichen viel zu hoch.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit

Was wir brauchen sind gute Ideen. Wenn z.B. die Rede davon ist, dass Industrie-Arbeitsplätze in Gefahr sind und man in aller Öffentlichkeit ernsthaft darüber diskutiert, diese Menschen zu Pflegekräften umzuschulen, sind das keine guten Ideen. Zur Wahrheit gehört nämlich leider auch – ich habe lange auf so einen Moment gewartet, dass es zwischen Industrie- & Handwerksberufen einen unverhältnismäßig hohen Gehaltsunterschied gibt. Und das, obwohl die Ausbildung im Handwerk mit Abstand anspruchsvoller (da praktisch umfangreicher) ist – das ist die Wahrheit. Anstelle Billigairlines und die fossilen Brennstoffe durch Subventionen künstlich am Leben zu erhalten, sollte man sich daran erinnern, wer in Zeiten von Veränderungen wirklich finanzielle Unterstützung benötigt. Die HandwerkerInnen sind es, die seit Jahrhunderten mit ehrlicher Arbeit für unseren Wohlstand schuften und diese Branche ist aus historischer, aber auch aus der nachhaltigen Sichtweise ebenso wichtig wie ArztInnen und PflegerInnen. Ich fordere mehr Lohn für das Handwerk, damit das Handwerk – möge es sich natürlich auch zu einem nachhaltigen Wirtschaftszweig entwickeln – auch in Zukunft mit seinen kleinen und mittleren Betrieben das Kernstück der deutschen Wirtschaft bildet. „Wer nicht mit der zeit geht, geht mit der Zeit – ehrlich wärt am längsten!“

Hier einmal ein paar wie ich finde positive Beispiele aus unserem Berufsfeld:

https://www.swisskrono.com/ch-de/produkte/interiors/beyond/#/

http://www.johanna-roeh.de

Greta Thunberg

Auch wenn ich mich eigentlich nicht so sehr für die private finanzielle Situation anderer Menschen interessiere, weil man in Deutschland ja nicht so gern darüber spricht was man verdient, führt derzeit kein Weg an diesem Thema vorbei: „Die Eltern von Greta Thunberg“. Mich wundert es nicht, dass die Aktien von Greta Thunbergs Pappi derzeit angeblich in die Höhe schießen. Klar, auch bei einer ökologischen Wende – vielleicht sprechen wir in einigen Jahren gar von einer Revolution – gibt es Gewinner und Verlierer. Belege dafür, dass es zwischen Gretas Engagement und den Geschäften ihres Vaters überhaupt einen Zusammenhang gibt, also dass Greta Thunberg nur als „PR-Gag“ ihres Vaters agiert und für ihn um die halbe Welt segelt, gibt es garnicht. #nofakenews

Greta ist ein Promikind, ein Kind von einer Berufsschule hätte sicherlich nicht im Ansatz soviel Aufmerksamkeit bekommen, wie ein Kind mit einer autistischen Persönlichkeit und prominenten Eltern. Ich finde es aber gerade aus diesem besonderen Grund gut, das wir einem Menschen die Aufmerksamkeit schenken, die es verdient. Vor hundert Jahren hätten wir Greta noch weniger Aufmerksamkeit geschenkt als einer Berufsschülerin… (ich will da jetzt mal nicht zu sehr ins Detail gehen).

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Zeit für wichtige Dinge

Typisch fakenews, danke – jetzt aber bitte kein Pillepalle mehr. Eine letzte bitte habe ich noch an Sie: Bitte nehmen Sie sich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Kinder, hören Sie ihnen aufmerksam zu und nehmen Sie die Bedürfnisse Ihrer Kinder ernst, wenn Sie möchten, dass aus Ihren Kindern „einmal etwas wird“ (vielleicht ja sogar mehr als aus Ihnen). 

Gehen Sie rüber zu ihren Nachbarn, fahren sie doch mal mit der Bahn in den Urlaub, wenn Sie mit Menschen in Kontakt treten möchten, anstelle sie nur auf Facebook oder Nebenan.de anzuschreiben. Nehmen Sie sich Zeit und schauen Sie vorher einmal in den Kühlschrank und nehmen sie genügend Stoffbeutel oder besser einen Korb mit, wenn Sie Ihre Lebensmittel einkaufen gehen wollen und lassen Sie sich gut durch den Kopf gehen, welche Dinge sie wirklich benötigen. Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie völlig erschöpft nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommen und legen Sie doch auch einfach mal die Füße hoch, oder besser, legen Sie sich für eine Stunde aufs Ohr. Natürlich – der faule Lehrer hat gut reden.

Und wenn Sie danach tatsächlich noch Lust haben, sich meine Videos anzuschauen, dann nehmen Sie sich die vollständige Zeit und skipen Sie nicht vor oder zurück, ansonsten schwindet der gewünschte Effekt. 😉

Viel Freude beim Zuschauen und entspannen und Danke fürs Zuhören. 🙂

Und hier ist der neue Webauftritt meiner weiteren Website, wenn Sie noch immer Zeit dafür haben sollten : http://www.jakob-thomsen.de

Tipp: http://tischlermeisterjakob.de/oekotipp-1-angeln