Holz

Einheimische Laub-& Nadelhölzer

Ahornbäume sind sommergrüne Laubbäume. Der Ahornbaum ist in unserer Umgebung einer der ersten Laubbäume, der im Frühjahr seine neuen Blätter austreibt. Auf der Landesflagge von Canada ist auch ein Ahornblatt zu finden. Die Blätter erinnern mit ein bisschen Fantasie an eine ausgebreitete Hand mit spitz zulaufenden Enden. Die Früchte des Ahorns sind paarweise geflügelte Nüsschen. (Ähnlich wie bei der Hainbuche) Im Herbst, wenn das Laub fällt, fliegen die Früchte wie kleine Propeller vom Baum herab und sorgen somit für die weite Fortpflanzung des Baumes. Der Stamm ist längsfugig gerissen und nicht geschuppt. Ahornbäume sind im mitteleuropäischen Raum weit verbreitet.  Das Holz der Ahornbäume ist ein schlichtes aber sehr geschätztes Holz für den Möbelbau. Es wird als Furnier und als Massivholz verarbeitet. Außerdem lässt es sich gut im Bereich des Musikinstrumentenbaus verarbeiten. Und sorgt somit für einen schön klingenden Resonanzkörper von Klavieren Gitarren und Geigen etc. Für den Außenbereich ist das Ahornholz allerdings nicht so gut geeignet. Es ist nicht dauerhaft haltbar bei hoher Feuchtigkeit.

Birken sind sommergrüne Laubbäume. Birkenbäume können bis zu 160 Jahre alt werden und sind häufig alleinstehend zu finden. Birken kann man sehr schnell an ihrem weißen Baumstamm erkennen. Bei manchen Birkenarten kann man die weiße Rindenpelle von dem Stamm abziehen. Die Birkenbäume stehen häufig am Straßenrand in Moorlandschaften. Damals haben viele Bauern moorige Sumpfgebiete auf dem Land mit Birkenalleen bepflanzt. Diese Pfade wurden somit trockengelegt. Im Frühjahr ist die Birke der Baum, der als erstes sein neues Laub bildet.  Die dunkelgrünen Blätter der Birke ähneln an ein Dreieck und sind zum Ende spitz zulaufend geformt. Birkenholz wird gerne als Brennholz verwendet. Es muss dafür durch eigene Inhaltsstoffe nicht so lange abgelagert werden. Birkenholz wird zum großen Teil zu Schälfurnier verarbeitet. Das Schälfurnier wird meist verwendet zur Herstellung von Birkensperrholzplatten.

Eichen sind sommergrüne Laubbäume. Die Eiche ist in vielen Parks Wäldern und auf Feldern zuhause. Eichenbäume haben schon lange eine große Bedeutung. Sie galten schon früher als ein Symbol für Stärke und Haltbarkeit. Der Stamm der Eichenbäume wächst meistens gerade. Die Borke des Stammes ist in jungen Jahren glatter und bekommt im zunehmenden Alter tiefe Längsfurchen. Die Blätter werden 7-12cm lang und sind sehr schnell an ihren läppchengeförmten Außenrändern zu erkennen. Die traubenförmigen Früchte der Eichenbäume sind unverzichtbar für Nagetiere wie z.B. für Eichhörnchen. Eichenbäume liefern ein witterungsbeständiges Hartholz. Das Eichenholz ist sehr vielfältig einsetzbar. Es wird als tragende Bauteile in Fachwerkhäusern verbaut. Für den Boots- u. Treppenbau wird es auch gerne verwendet. Und natürlich wird das Eichenholz auch im Möbelbau sehr geschätzt. Seit dem Mittelalter verwendet der Böttcher, die Eiche zur Herstellung von Wein – und Whiskeyfässern.

Erlen werden als sommergrüne Laubbäume bezeichnet. Sie können eine Höhe bis 30m erreichen. Man kann die Erle sehr gut an ihren zapfenartigen Früchten erkennen. Die verholzten kleinen dunkelbraunen Zapfen des Vorjahres, sind ein Alleinstellungsmerkmal der Erlenbäume. Ihre Blätter sind ähnlich wie die von der Buche. Jedoch haben die Blätter des Erlenbaums einen kräftigen dunkleren Grünton. Häufig stehen Erlen an Ufern von Seen und Flüssen. Das leicht rötlich gefärbte Holz ist ein sehr beliebtes Brennholz, weil es wenig Rauch entwickelt.  Aber auch als Möbelholz wird die Erle sehr gerne verwendet und verschafft durch ihre rötliche Färbung eine gemütliche Atmosphäre. Bekannt ist die Erle auch durch das Märchen dem Erlenkönig.

Eschen sind sommergrüne Laubbäume. Sie sind in Mitteleuropa von der Küste bis in die Alpen weit verbreitet. Der Stamm hat eine graue längsrissige Borke. Die Eschenbäume können sogar bis zu 40 Meter groß werden. Eschenholz ist daher auch sehr biegefest und stabil. Die Blätter sind gefiedert mit 4-6 gegenüberstehenden Blattpärchen. Im späten Winter bilden sich schwarze Knospen. Das Holz der Esche wird aufgrund seiner hohen Festigkeit gerne für Hammer- bzw. Besenstiele verwendet. Aber die volle Pracht des Eschenholzes zeigt sich bei der Verarbeitung für Möbel. Das Holz wird massiv oder als Furnier verarbeitet. Es bildet eine schöne meist streifig maserige Holzoberfläche. Für den Außenbereich wird es selten eingesetzt. Eschenholz wurde früher sehr gern zur Herstellung von Kutschenrädern verwendet. Auch im Sportgerätebau ist es ein unverzichtbarer Werkstoff.

Fichten gehören zu den Nadelbäumen. Die einzige in Mitteleuropa heimische Fichtenart ist die Gemeine Fichte sie hat eine schuppige, rotbraune Rinde (Borke) in jungen Jahren. Wenn der Baum älter ist, hat die Borke eine gräuliche Färbung. Fichten sind immergrüne Bäume. Sie erreichen oft Wuchshöhen von 20 bis 60 Meter, in Ausnahmefällen über 80 Meter. Die Nadeln der Fichte sind etwa 2-3 cm lang und stechen im Vergleich zu den Tannennadeln. Es gibt einen Merksatz: „Die Fichte sticht, die Tanne nicht!“ Das Holz ist relativ weich und dadurch sehr leicht und biegefest. Es wird z.B. häufig zum Bauen (richten) eines Dachstuhls verwendet. Der Zapfen, in dem die Fichte ihre Samen produziert, ist länglich und rotbraun gefärbt. Die Zapfen der Fichte hängen an den Fichtenzweigen senkrecht nach unten.

Kiefern gehören zu der Art der Nadelbäume. Die Waldkiefer ist aus forst- und holzwirtschaftlichen Gründen eine der meistverbreiteten Baumarten Deutschlands. Die Borke der Kiefer ist grobschuppig mit deutlichen Tiefenrissen. Das Holz der Kiefer ist sehr harzhaltig. Oft werden bei dem Auftrennen der Baumstämme sogenannte Harzgallen sichtbar. Diese Harzgallen können bei wärmeren Temperaturen auslaufen. Das Harz verändert seinen Flüssigkeitszustand abhängig von der Temperatur und ist dann sehr klebrig. Die Nadeln der Kiefern sind etwa 4-8 cm lang und deren Zapfen (Früchte) sind kegelförmig bis rund. Das Kiefernholz wird im behandelten Zustand im Außenbereich verwendet. Z.B. für Gartenmöbel, Palisaden. Außerdem kann man das Holz gut für den Möbel, Treppenbau bzw. Innenausbau verwenden.

Lärchen sind Nadelbäume. Trotzdem sind sie sommergrüne Gewächse, die überwiegend in Süddeutschland bis nach Süditalien zu finden sind. Die Borke der Lärche ist sehr unregelmäßig und grobschuppig. Sie lässt sich gut an ihrer sehr tiefen Rissbildung erkennen. Die Nadeln treiben im Frühjahr hellgrün zu Büscheln gezopft aus. Später dunkeln sie nach, bis sie sich im Herbst gold-gelb färben und ausfallen. Sie sind etwa 10-30mm lang. Die Zapfen sind kleiner, ähneln sich aber von der Form mit denen der Kiefer. Auch das Holz der Lärche ist ein sehr harzhaltiges Holz. Lärchenholz ist im Vergleich zu den anderen Nadelhölzern noch witterungsbeständiger. Somit wird Lärchenholz nicht nur gerne im Möbelbau eingesetzt. Es wird auch viel im Außenbereich verbaut.

Linden sind sommergrüne Laubbäume. Ein Lindenbaum stand früher immer häufig im Mittelpunkt eines Dorfes. Die Linde war dann der Punkt um den sich alles drehte. Ihre herzförmigen Blätter sind 1015cm groß. Die Borke ist längsrissig dick gerippt. Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden. Das Lindenholz galt früher im deutschsprachigen Raum als heiliges Holz. Schon im späten Mittelalter in der Gotik, wurde das Lindenholz von Bildhauern verwendet. Sowie Holzpantoffeln usw. Lindenblättertee („Ihlamur Çayı“) ist ein sehr beliebter Kräutertee in der Türkei üblich gegen Beschwerden aller Art. 

Rotbuchen sind Laubbäume. Die Buche ist eine sommergrüne Pflanze. Sommergrüne Pflanzen verlieren in den Wintermonaten ihr Laub und in den Sommermonaten treiben sie Blätter aus. Die Blätter sind oval zum Ende spitz zulaufend und etwa 10cm lang. Wenn man den Stamm mit anderen Bäumen vergleicht, weist er eine auffällig glatte Borke auf. Buchenholz ist ein Hartholz. Das Holz der Rotbuche hat eine rötliche Färbung. Die Früchte der Rotbuche heißen Bucheckern, die man auch essen kann. Das Holz der Rotbuche eignet sich nur für den Innenbereich. Das sehr harte rötlich gefärbte Holz eignet sich sehr gut für den Treppenbau, den Möbel- & Holzspielzeugbau.  Außerdem werden alle traditionellen Handwerkzeuge der Tischler wie Hobel, Gestellsägen und auch die Hobelbänke aus Buchenholz hergestellt. Und das unbehandelte Buchenholz wird für die Herstellung von Eisstielen verwendet. Denn das Holz der Buche ist nicht nur sehr hart und splitterfrei, es hat auch keine bedenklichen Inhaltsstoffe.

Tannen sind Nadelbäume. Vor allem ist die Tanne besser bekannt als Tannenbaum, der aber nicht ausschließlich in vielen Wohnzimmern zur Weihnachtszeit steht. (Die billigere Variante ist die Fichte) Die Borke ist im jungen Alter eher glatt. Das ändert sich aber mit zunehmendem Alter. Dann ist die Borke ähnlich wie bei der Fichte gerissen, sehr rau und gräulich-braun. Die Zapfen der Tanne stehen aufrecht auf den Tannenzweigen. Sie haben in den meisten Fällen eine längliche Form. Die Tannennadeln stechen im Gegensatz zu anderen Nadeln der Nadelbäume nicht. Tannen sind immergrüne Gewächse. Tannenholz wird für Furniere, Kisten, Maste, Möbel, Paletten, Sperrholz und Spanplatten sowie als Rohstoff für die Zellstoff- und Papierindustrie verwendet. Es ist ein gefragtes Holz für die Fertigung von Fenstern, Fußböden, Türen und Vertäfelungen.

Ulmen, oder im gefällten Zustand auch Rüster genannt, sind wie die meisten Laubbäume sommergrüne Bäume. Die Ulmenbäume können bis zu 600 Jahre alt werden. Die Ulme erkennt man am besten an Ihren flachen 1 Cent großen Früchten. Sobald die Ulme geschlagen wird nennt der Tischler das Holz Rüster. Leider ist die Ulme eine vom Aussterben bedrohte Baumart. Sie wird durch einen sogenannten Ulmensplintkäfer befallen, der das Splintholz der Ulme mit einer Krankheit infiziert. Das Holz der Ulme ist von der Struktur ähnlich wie das der Eiche. Es hat jedoch eine viel rötlichere Farbe. Im Tischlerhandwerk wird die Rüster als edles Möbelholz und als Furnier verarbeitet.

Weiß-/ Hainbuchen sind Laubbäume. Auch sie verlieren in den Herbstmonaten Oktober – November die Blätter. Eigentlich haben sie mit der Rotbuche nicht viel gemeinsam. Die Blätter der Weißbuchen sind im Vergleich zu den Rotbuchenblättern, gezahnt wie ein Sägeblatt. Der Baumstamm hat eine adrige Oberfläche mit einer gleichmäßig rauen Borke. Weiß- oder auch Hainbuchen genannt, können etwa 25m groß werden. Das Holz der Hain-buche ist sehr hart. Es wurde früher sehr gerne für stark beanspruchte Zwecke genutzt. Große Zahn-räder, die in Wasser- oder Windmühlen großen Kräften aus-gesetzt waren, hatte man aus diesem festen Holz hergestellt. Das Holz darf aller-dings genauso wie die Rotbuche, nicht lange mit Wasser in Berührung kommen. Hierbei reagiert es ebenfalls sehr empfindlich gegenüber Fäulepilzen. Im Werkzeugbau der Tischlerwerkzeuge und im Instrumentenbau wird die Hainbuche immer noch viel verarbeitet.

Walnussbäume wachsen in den Frühjahrsmonaten April-Mai jedes Jahr neue Blätter und sind somit Sommergrüne Bäume. Wie viele Bäume kann man den Walnussbaum sehr gut anhand der Blätter wiedererkennen. Sie sind relativ fest und haben eine glatte Oberfläche. Die Frucht des Walnussbaums, die Walnuss, ist vielen Menschen bekannt als eine leckere Delikatesse. Jedoch sind sie, wenn sie direkt vom Baum gefallen sind noch ungenießbar. Die Nüsse müssen erst über einen Zeitraum von ca. 4-6 Wochen in normaler Zimmertemperatur gelagert werden. Die Borke ist in den jungen Jahren relativ eben und im Alter bilden sich riefenartige längsförmige Risse. Das Walnussholz ist im hochwertigen Möbelbau ein sehr geschätztes und edles Holz. Der Trend setze sich im späten Mittelalter durch, als man aus Furnieren (dünne Holzblätter) künstlerische Bilder entwarf. Diese dann zusammen gesetzten Holzbilder- Marketerien oder Intarsien genannt, wurden dann auf unedlere Hölzer (Eiche, Kiefer) geleimt. Diese Arbeiten waren typische Tischlerarbeiten. Sie bildeten sich aber auch zu einem eigenen Berufszweig, den es heute kaum noch gibt. Auch sogenannte Maserknollen werden heute noch in Furniere geschnitten. Das Maserfurnier wird gerne in teuren Autoarmaturen verbaut. Dafür wird es vorher lackiert und auf Hochglanz poliert. Nussbaumholz ist im Außenbereich einsetzbar. Durch sein eher seltenes Vorkommen ist es allerdings zu schade, das Holz im Außenbereich einzusetzen.