#Fehler

Leider ist mir vorletzte Woche etwas ziemlich ungeschicktes passiert. Beim Bau einer Lehrtafel in der Schule bin ich mit dem Akkuschrauber abgerutscht und habe mir in den linken Zeigefinger gebohrt. Die Wunde wurde noch am selben Tag genäht. Seit dem bin ich krankgeschrieben und muss meinen Finger ruhig halten. Natürlich kratz es mir ein bisschen am Ego, dass ausgerechnet mir so etwas passiert. Obwohl ich doch in meinem Praxisunterricht die Arbeitssicherheit immer sehr hoch halte. Doch Fehler passieren – und da wo Menschen mit den Händen arbeiten, umso mehr. Übrigens liegt die durchschnittliche Fehlerquote bei uns Menschen in etwa bei 5%. Ich finde diese Zahl sollte man im Hinterkopf behalten, gerade dann, wenn man sich mal wieder über seine eigenen Fehler ärgert („wenn“ man sich über seine eigenen Fehler ärgern kann?).

In jedem Beruf können Fehler entstehen, die unangenehme Folgen mit sich ziehen, auch wenn einige Menschen das nur ungern wahrhaben wollen. Mittlerweile ist bekannt, dass ein zu stark ausgeprägtes, perfektionistisches Verhalten zu psychischen Erkrankungen führen kann. Viele Menschen leiden unter einem enormen Leistungsdruck, häufig ist dieser Druck aber auch ein selbst gemachtes Problem, weil z.B. nicht vernünftig mit der Ursache umgegangen wird, nämlich mit einer Strategie zur Bewältigung der eigenen Fehler. Gemeint sind sowohl die Fehler der Arbeitnehmer, als auch die der Arbeitgeber.

Dazu nenne ich gerne ein Beispiel: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass von Tischlern seitens des Kunden ein hohes Maß an Perfektionismus verlangt wird. Nicht jeder hält diesem Druck stand. Auch ich habe mich immer wieder gefragt: „ist es das wirklich wert?“ Verstärkt wurde das Gefühl sicherlich auch dadurch, dass ich es mir immer sehr zu Herzen genommen habe, wenn mein Lehrmeister mir wieder meine Fehler aufgezählt hat. Bei mir sorgte das ständige Aufzählen der Fehler nur zu Frust. Was ich heute weiß ist, dass mein Chef damals selbst noch unerfahren war, was die Mitarbeiterführung anbelangte, das ist normal als Jungunternehmer. Irgendwann war es der Erfolg den er hochhielt und seitdem arbeiteten wir viel produktiver.

Lob und Tadel bringen Dynamik in unseren Arbeitsalltag. Zum einen ist es wichtig, dem Fehler auf den Grund zu gehen. Denn aus Fehlern lernen wir und sammeln Erfahrungen – es hat doch noch niemandem geschadet sich etwas einzugestehen. 😉 Zum anderen ist es aber auch unheimlich wichtig seinen Mitarbeitern ein positives Feedback zu geben, wenn etwas gut gelaufen ist, oder wenn über einen längeren Zeitraum keine Fehler passiert sind. Ansonsten kommt Langeweile auf und die kann wiederum zu einem Fehlverhalten führen. Das eine kommt also nicht ohne das andere aus. 

Niemand ist perfekt und auch ein Meister macht Fehler! 


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