der Tisch (7)

Mit einem Lochbeitel beginne ich den heutigen Beitrag. Es handelt sich um ein fast vergessenes Werkzeug, welches auch im Zimmerhandwerk seine Anwendung findet. Doch auch ein Stecheisen wäre ein geeignetes Werkzeug, um die Löcher der Stollenfüße auszustemmen. Der Vorteil des Lochbeitels oder auch Schlitzeisen genannt, liegt in der geometrischen Form. Der dicke Stahl und die lange Fase eignen sich hervorragend, um den Span aus dem Loch zu heben. Hierbei wird von der Mitte heraus nach außen gearbeitet, wie es im Video gut zu erkennen ist. Mit diesem Werkzeug habe ich zuvor nur selten gearbeitet. Mit ein bisschen Übung ist man deutlich schneller als mit dem Stecheisen…

der Tisch (6)

Zu einer der schönsten aber auch schwierigsten Arbeitsschritte gehört das Anschneiden bzw. Schlitzen der Zapfen. Für das traditionelle und fachgerechte Schlitzen mit der Gestellsäge wird das Werkstück leicht schräg in der Vorderzange eingespannt. Während des Sägens fluchtet man kontinuierlich mit dem rechten Auge über das Sägeblatt entlang der Hobelbankplattenkante. Somit bleibt der Schnitt gerade und läuft auf der Hinterkante nicht aus der Flucht heraus. Das Schlitzsägeblatt kommt zum Einsatz, da durch ein Vorspalten der Fasern bei der Zerspanung mit dem Faserverlauf große Späne entstehen. Diese werden durch große Sägezähne bzw. Spanlücken deutlich besser aus dem Sägeschlitz heraustransportiert. Auch eine erhöhte Reibung wird hierdurch vermieden (ein Absetzsägeblatt…

der Tisch (5)

Das Anreißen der Verbindungen ist ein Arbeitsschritt der viel Konzentration verlangt. Man neigt dazu, direkt nach dem Anreißen der ersten Verbindung mit dem Schlitzen und Stemmen zu beginnen. Jedoch ist ein systematisches Vorgehen notwendig. Mit dem Streichmaß wird stets jedes einzelne Maß auf alle Teile übertragen, ohne es von Bauteil zu Bauteil zu verstellen. Somit gewinnt man Zeit und jeder Handgriff wird durch die kontinuierliche Wiederholung des jeweiligen Vorgangs verbessert. Strukturiertes Arbeiten wird bei dieser Tätigkeit spürbar trainiert. Das Arbeiten mit Handwerkzeugen wirkt zudem sehr entschleunigend.

der Tisch (4)

Das Motto des heutigen Beitrags lautet: „Die Tischzarge und der Nuthobel!“ Warum die Zargenteile mit einer Nut versehen werden, darauf möchte ich später noch einmal Bezug nehmen. Kurz gesagt, dienen sie der Verbindung von Tischplatte und Zargengestell und sind später nicht sichtbar. Leider musste ich bei allen vier Nuten gegen den Faserverlauf hobeln, daher der Ausriss. Wenn man genau zuschaut erkennt man, dass die Zargenteile sogenannte „Edelrifts“ aufweisen. Man spricht auch von stehenden Jahresringen (auf Hirnholz). Ist dies der Fall ist es fast unmöglich im Vorweg zu erkennen, in welche Richtung die Fasern verlaufen. Ansonsten hätte ich das schon beim Anreißen des Tischlerdreieckes berücksichtigt und die…

der Tisch (3)

Anders als bisher gibt es heute am Donnerstagabend schon den neunen Beitrag des „kleinen Esstisches“ für Sie. In den letzten Beiträgen, die ich Samstag mittags veröffentlichte, stellte ich die Tischbeine bzw. Stollenfüße her. Dass es in der Zeit in der sich die ersten Tischlerzünfte zusammenschließen, noch keine Tische in Stollenbauweise gab und der Tisch noch eine ganz andere Bedeutung hatte, habe ich in dem ersten Beitrag schon einmal genauer erläutert. Um noch einmal kurz auf die Tischbeine bzw. Stollenfüße zurückzukommen. Grundsätzlich gilt es,   ihnen genügend Stabilität zu bieten, damit der Tisch später nicht wackelt. Dafür bedarf es einer Konstruktion, die für die meisten Menschen (der…

der Tisch (1)

Gestern habe ich damit begonnen eine Bohle aus Lindenholz aufzutrennen. Linden hatten schon zu früherer Zeit eine besondere Bedeutung. In einigen Regionen galten sie nicht nur symbolisch als Mittelpunkt eines Dorfes. Zu festlichen Anlässen wurden sie fröhlich umtanzt. Viele Bildhauer verwenden Lindenholz, da es sich hervorragend mit Schnitz- aber auch vielen weiteren Handwerkzeugen bearbeiten lässt. Im Instrumentenbau gehört es ebenfalls zu einer bevorzugten Holzart. Die guten Klangeigenschaften machen sich, wie ich finde, schon beim Grobzuschnitt bemerkbar.

Hobeleisen schärfen

Am gestrigen Nachmittag habe ich damit begonnen die Zargen für den „kleinen Esstisch“ zuzurichten. Während des Abrichtens stellte ich fest, dass das Hobeleisen des Doppelhobels sehr stumpf war. Darum schärfte ich es fachgerecht, im dem ich es über einen nassen Schleifstein (gelben Block) abzog. Nachdem ich beim Umherstöbern durchs Netz zwar auf viele ähnliche Videos gestoßen bin, diese aber nach meiner Auffassung nicht fachgerecht ausgeführt werden, möchte ich nun eine Technik vorstellen, die ein bisschen in Vergessenheit geraten ist. Der Vorteil dieser Technik ist, dass die Schneide des Hobeleisens deutlich länger scharf bleibt.

Zurichten

Jedes Möbel, jede Haustür, jede Treppe oder ähnliche Gegenstände aus Holz bestehen aus zusammengesetzten Bauteilen. Das Zurichten beschreibt den Arbeitsprozess um ein einfaches Massivholzbauteil auf ein definiertes Längen-, Breiten-& Dickenmaß herzustellen. Der gesamte Arbeitsprozess des Zurichtens wird in folgende Arbeitsschritte unterteilt: Holzauswahl Grobzuschnitt (grob ablägen, besäumen, Breite schneiden) Abrichten Winkelkante hobeln Breite hobeln Dicke hobeln Fertiglänge zuschneiden Hirnholz bestoßen